Wie man sich bettet…


Zelt steht, Schlafsack ist ausgerollt – fehlt noch was? Klar, die Isomatte.

So gut der Schlafsack die Körperwärme hält – gegen Bodenkälte kann er nicht schützen, da die Füllung des Schlafsacks durch das Körpergewicht zusammengedrückt wird und somit keine isolierende Luftschicht mehr besteht.

Sich auf eine einfache Luftmatratze zu legen, ist keine gute Idee. Abgesehen von möglicherweise gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen billiger Modelle ist das Schlafen darauf selten bequem. Auch wiegen die meisten Luftmatratzen zuviel und haben ein zu großes Packmaß. Und wer will ernsthaft jeden Abend das Ding mit dem Mund aufblasen (oder noch eine ausreichend große Luftpumpe mitschleppen)? Eben.

Die erste Isomatte meines Lebens war eine Alu-Isomatte, die mich im zarten Alter von knapp zehn Jahren ins Zeltlager begleitete – Kunststoffschaum auf der einen, Metallfolie auf der anderen Seite. Super leicht, superkleines Packmaß, die Isolierung war auch o.k. – und alle, die in Hörweite schliefen, verfluchten mich dafür, weil das Ding bei der kleinsten Bewegung laut raschelte. Und bequem ist die Alumatte nicht wirklich, da sie nichts von der Bodenhärte abmildert.

Besser, und ebenfalls recht preiswert, sind einfache Schaumstoffmatten. Deutlich weicher als die Alumatte und geräuschlos, dabei ebenfalls sehr leicht. Nur das Packmaß ist ziemlich groß. Man kann die Matte aber offen oben ans Gepäck schnallen, da sie kein Wasser aufsaugt, falls es regnen sollte. Nach ein paar Wochen täglicher Nutzung muss man allerdings damit rechnen, dass so eine Matte verschlissen ist, denn für die Ewigkeit sind sie definitiv nichts. Wer aber mit kleinem Geld seine Ausrüstung zusammenstellt, ist mit der Schaumstoffmatte gut beraten.

Schaumstoffmatten mit besserem Packmaß gibt es bei der Bundeswehr – da sind die Dinger nämlich auf etwas über DIN-A-4-Maß faltbar. Beim Bund wird die Matte nämlich in eine entsprechende Tasche des Rucksacks gesteckt und bildet so was ähnliches wie die Andeutung eines Hauchs von ergonomischer Rückenpolsterung – in die Fahrradtasche poasst dieses Maß aber auch bestens. Die Bequemlichkeit ist aber geringer als bei der Rollmatte, da das Material dünner ist.

Die Oberklasse hinsichtlich Kälteschutz und Bequemlichkeit sind sicherlich die selbstaufblasenden Isomatten. Am bekanntesten dürften sicher die Therm-A-Rest-Matten sein, eine vergleichbare Qualität gibt es beispielsweise auch von Robens. Das Prinzip: in einer luftdichten Hülle mit einem Schraubventil ist ein komprimierbarer Schaumstoff. Öffnet man das Ventil, so dringt Luft ein und der Schaumstoff dehnt sich aus – die Matte „bläst sich selbst auf“. Am Ende reicht es dann, wenn man es gerne etwas härter mag, einige wenige Atemstöße Luft hineinzublasen, das Ventil zuzuschrauben und bequem zu liegen. Zum Einpacken wird dann das Ventil geöffnet und die Matte bei geöffnetem Ventil zusammengerollt – die Luft wird herausgedrückt und der Schaumstoff wieder platzsparend komprimiert. Während die Selbstaufbläser preiswerterer Hersteller meistens nur aufgerollt werden können – die Rolle einer 55-cm-Matte also immer noch 55 cm breit ist – gibt es sowohl von Robens als auch von Therm-A-Rest Modelle, die sich vor dem Rollen einmal längs falten lassen, sodass die fertige Rolle unter 30cm breit ist und wesentlich besser einen Platz im Gepäck findet. Zu beachten ist nur, dass daheim die Matte ausgerollt mit offenem Ventil gelagert werden sollte – der Schaumstoff würde sich sonst „merken“, ständig gepresst zu sein und sich im nächsten Urlaub nicht mehr freiwillig entfalten. Auch verhindert das offene Ventil Schimmelbildung durch eingeschlossene Atemfeuchtigkeit.

Hier sieht man zwei Therm-A-Rest-Matten im Einsatz (der gutaussehende junge Mann, der da sein ausladendes Gesäß auf der Matte breitdrückt, bin ich 😉 )
Frühstück auf Thermarest

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