Gepäckträger vorne


Spätestens wenn man mit vollem Zeltgepäck reist, wird der Platz am Hinterrad knapp – auch vorne sollten Packtaschen befestigt werden.

Frontgepäckträger sind bei den meisten Fahrrädern nicht serienmäßig montiert. Eine Ausnahme sind vielleicht die älteren französischen Räder von Motobecane oder Peugeot, die gelegentlich einen kleinen Gepäckträger über dem Vorderrad montiert hatten. Über diese Gepäckträger möchte ich mich aber nicht auslassen – für die Radreise ist deren Tragfähigkeit zu klein, und durch den hohen Schwerpunkt kann man ohnehin nur leichteste Dinge darauf transportieren. Diese Art von Gepäckträgern war eher für leichte Dinge bei Alltagsfahrten in der Stadt gedacht.

Ideal für Reisegepäck ist der so genannte Lowrider. Das sind stabile Rohrgepäckträger, die links und rechts der Vorderradnabe an der Gabel montiert werden und an die sehr stabil Einzeltaschen angehängt werden. Ortlieb und Vaude haben spezielle Frontgepäcktaschen im Sortiment, die etwas kleiner sind als ihre Pendants für das Heck. Vom Volumen würden aber an die meisten Lowrider auch die großen Taschen passen – nur sollte man dann darauf achten, diese nicht zu voll zu packen. Den meisten Radlern ist eine Verteilung von 2/3 des Gewichts auf den Heckgepäckträger und 1/3 auf den Lowrider am angenehmsten. Durch den tiefen Schwerpunkt und die nahe Anbringung des Gepäcks am Laufrad ist keine übermäßige Umgewöhnung beim Fahrverhalten nötig.

Um einen Lowrider montieren zu können, muss allerdings die Gabel des Fahrrads entsprechende Befestigungspunkte für die Schrauben haben. Starre, d.h. ungefederte Gabeln sind in der Regel für jeden Fahrradtyp problemlos mit Lowriderbefestigungen zu haben, bei gefederten Gabeln wird es etwas kniffliger. Entweder besorgt man sich eine der wenigen Federgabeln, die über die Befestigungspunkte verfügen (Rock Shox und andere namhafte Hersteller haben solche Gabeln im Sortiment), oder man wechselt auf eine Starrgabel (so wie ich das kürzlich getan habe), oder man besorgt sich einen speziellen Lowrider, der auch ohne Schrauben befestigt werden kann (den gibt es zum Beispiel bei Lauche und Maas) – ob ich dem aber vollbepackte Taschen auf eventuell schlechtem Untergrund anvertrauen würde, weiß ich nicht so recht.

Alternativ zum Lowrider an der Federgabel ist der Frontgepäckträger, wie ihn beispielsweise Tubus im Angebot hat. Der wird am oberen Teil der Federgabel montiert, also an dem Teil, der gefedert wird. Das hat nun bei meinem Rad nicht sehr viel Sinn ergeben, weil ich die Härte der Federung nicht regulieren konnte, wer das aber kann, kann auch mit Gepäck komfortabel gefedert reisen.

Einen anderen Nachteil der Frontgepäckträger möchte ich aber nicht verschweigen: die Taschen am Frontgepäckträger sitzen konstruktionsbedingt deutlich über der Nabe. Und da der Gepäckträger ja für möglichst viele Fahrradmodelle passen soll, ist auch der Abstand zwischen Taschen und dem Laufrad sehr groß. Die Folge ist, dass man in die Taschen nur die leichtesten Dinge packen kann, da durch diesen sehr ungünstigen Schwerpunkt der Konstruktion die Fahrstabilität recht schnell abnimmt. Die wünschenswerte Zweidrittel/Eindrittel-Verteilung bekommt man damit nicht hin, auch ist der gefühlte Unterschied in der Lenkung zwischen belastetem und unbelastetem Vorderrad deutlich größer als bei der Variante „Lowrider“.

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