Es ist angerichtet – die Küche in der Packtasche


Was braucht man, was braucht man nicht und wie packt man es kompakt so, dass sich nicht der Zucker mit dem Öl verbindet?

Klar, einen Kocher braucht man wohl, außer man möchte eine „kalte Küche“ zusammenpacken. Über die verschiedenen Kocherarten habe ich mich hier schon ein bisschen ausgelassen.

Was noch? Töpfe bzw. Kochgeschirr. Im Falle des Trangia-Kochersets bildet das Kochgeschirr zusammen mit dem Kocher eine Packeinheit, die man mit zwei Tellern, zwei Alutassen, Spülbürste (ohne Stiel), Schneidbrett (Multidisk) und Kochstern auch noch erweitern kann, ohne dass die Gesamtgröße wesentlich steigt. Auch Feuerzeug und Streichhölzer finden drinnen noch Platz. Wer allein reist, dem wird wohl aber auch schon die Pfanne im Trangia als Teller genügen. Die Alutasse dient unterwegs übrigens als Behälter für alles Flüssige – vom Kaffee über die Suppe bis zum Rotwein (idealerweise nacheinander, nicht gleichzeitig 😉 ). Die aufblasbaren Outdoor-Champagnerschalen – oder was sich die teilweise etwas wild gewordenen Campingzubehör-Hersteller als näöchstes ausdenken mögen – bleiben halt daheim.

Wer keinen Trangia hat, wird sich wohl aus Platzgründen trotzdem ein in irgendeiner Form stapelbares Geschirrset zulegen – entweder als Alutopf-Pfannen-Tassen-Set oder als Armeegeschirr (dessen Deckel die Tasse ersetzt, so lange man sich nicht daran stört, aus etwas zu trinken, dass ein bisschen an Krankenhaus-Bettgeschirr erinnert). Einfach mal beim Ausrüster des Vertrauens nachschauen, die haben einiges im Angebot.

Essbesteck: Hier pfeife ich persönlich auf das Gewicht und schwöre auf mein Bundeswehrbesteck aus dem Armeeladen. Einzelne Teile sind über 40 Jahre alt und sehen noch bestens aus, es ist ein richtiges stabiles Besteck, Dosen- und Flaschenöffner sind auch dabei (wobei ich den Dosenöffner nie verstehen werde, da ist mir der am Taschenmesser lieber). Wem das BW-Besteck zu schwer ist, der findet im Handel auch zahlreiche leichtere Bestecke – aber aufpassen, dass man kein Uri-Geller-Modell erwischt, bei dem sich der Löffel schon vom Anschauen biegt. Als Extra-Kochbesteck reicht mir dann entweder ein kleines Küchenmesser (mit dem Messer am Essbesteck lassen sich beispielsweise Kartoffeln nur schlecht schälen und aus Tomaten macht man auch eher Püree als Salat) oder ich lasse es daheim und nehme zum Schneiden das Taschenmesser. (Das Küchenmesser ist aber wesentlich angenehmer zu reinigen, deshalb nehme ich es meistens mit)

Vorräte: sind natürlich vom eigenen Geschmack abhängig. Bei mir kommen Kaffeemehl und Zucker ins Gepäck und dazu ein Kaffee-Dauerfilter. Außerdem Salz, Tomatenmark, Brühwürfel, Pfeffer, Knoblauchpulver, Öl und etwas Essig. Ach ja, und irgendwas Scharfes, ich nehme meistens ein Fläschchen Tabasco mit. Erstens esse ich gerne scharf und zweitens soll scharfes Würzen ja auch in mehrerer Hinsicht gesundheitsfördernd sein. Ein paar Kohlenhydrate (Nudeln, Reis, Linsen etc.), je nach zu erwartender Dichte an Bäckereien (Frühstück ist mir wichtig) auch für die ersten zwei Tage der Tour ein Päckchen haltbares Vollkornbrot und kleine Dosen mit Wurst, vegetarischem Aufstrich. Auch Streichkäse-Ecken halten ohne Kühlung ganz gut. Alles andere wird unterwegs gekauft.

Wichtig für den Gewürztransport: Finger weg von diesen Kombi-Gewürzstreuern, nach spätestens zwei Tagen in der Packtasche hat man in denen ein Multimischgewürz 🙂 – besser kleinere Gewürzmengen in einzelnen Filmdosen verpacken, für die man auch passende Streu-Aufsätze bekommt.

Eine kleine Rolle 3-Liter-Gefrierbeutel mit Clips ist auch in meiner Outdoor-Küche – die Beutel erleichtern das Verschließen angebrochener Packungen ungemein und dienen, wenn man gar nichts anderes hat, auch als Müllsammler. Alle pulverförmigen und flüssigen Vorräte (Essig, Öl, Gewürze, Kaffee) kommen bei mir in Plastik-Weithalsflaschen, die es für wenig Geld im Campingzubehörhandel in verschiedenen Größen gibt. Die Dinger sind robust, auch ohne Gummidichtung absolut dicht, geben keinen Geschmack ab und sind durch die weite Öffnung gut zu befüllen und gut zu reinigen.

Finger weg von diesen wiederbefüllbaren Tuben. Denen traut offenbar nicht mal der Hersteller zu, dicht zu sein (zumindest empfiehlt das Beiblatt ausdrücklich, die gefüllte Tube in einem Beutel zusätzlich zu sichern) – eigentlich auch kein Wunder, denn die Dichtung im Schraubdeckel besteht aus einem papierdünnen lose liegenden Gummiplättchen, das früher oder später (eher früher) verrutschen wird. Ich hatte diese Tuben ausprobiert (zum Glück nur im Kulturbeutel für Shampoo) – wer auf Überraschungsfrühstück mit Tomaten-Chili-Honig steht, kann sich die Tuben aber gerne zulegen 🙂

Was sicher nicht schlecht ist, ist ein Mittel zur Trinkwasserentkeimung. Ich verwende Micropur flüssig, dass es in einem handlichen 100ml-Tropffläschchen gibt. Auf einen Liter klares Wasser kommen 2-3 Tropfen des Mittels, schütteln, und nach einer halben Stunde ist das Wasser entkeimt und konserviert. Die Flasche kostete etwa 12 Euro und reicht für 1000 Liter Trinkwasser – sicher keine schlechte Investition, wenn man dadurch vermeidet kann, dass der „Flotte Otto“ und die „Schnelle Rennliese“ mitradeln 😀 Und der nötige Brennstoff für das ansonsten nötige Abkochen wäre sicher schwerer und teurer. Aber Achtung: für trübes Wasser taugt das Mittel nichts (laienhaft gesagt würde der Wirkstoff an den schwebenden Schmutzteilchen „anbacken“ und seine Wirksamkeit verlieren), trübes Wasser muss also zuvor gefiltert werden.

All das passt ganz bequem in eine Ortlieb-Backroller, und obendrauf ist auch noch Platz für unterwegs gekaufte Lebensmittel. Den Wasservorrat packe ich dann meistens auf die andere Seite, um das Gewicht gleichmäßiger zu verteilen.

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