27.07.2011 – Erfahrungen mit nextbike



Bereits im letzten Jahr hat der in Deutschland und dem Baltikum operierende Fahrradvermieter nextbike bei mir in der Nähe, nämlich in Offenburg, ein Kurzzeitmietsystem eingeführt.

Die Vorgehensweise, um bei nextbike Räder zu mieten, ist etwas anders als bei dem System von JCDecaux, von deren Standorten Brüssel und Besancon ich bereits hier im Blog berichtet hatte.

Es ist erforderlich, bei nextbike registriert zu sein – dies kann entweder über die Webseite erfolgen oder telefonisch bei der ersten Ausleihe. Eine Kreditkarte ist von Vorteil, es kann aber auch per Überweisung auf Guthabenbasis ein Account eingerichtet werden (was bei einer Spontanausleihe natürlich nicht zu praktizieren ist). Anders als bei JCDecaux gilt die Anmeldung für alle Standorte und kostet keinerlei Grundgebühr – somit kann man sich bequem einmal anmelden, ohne damit Kosten zu verursachen (Ausnahme: bei der Registrierung muss mindestens 1 Euro auf den Account eingezahlt werden, der dann für die erste Ausleihe zur Verfügung steht).

Nachdem mein Account nun über ein Jahr schlummerte, hatte ich am vergangenen Wochenende nun in München die Gelegenheit, ein nextbike auszuleihen. Vorweg das Fazit: es klappt problemlos.

Zur Ausleihe und zur Rückgabe eines Fahrrades benötigt man ein Telefon. Ruft man die Berliner Festnetznummer vom eigenen registrierten Handy aus an, benötigt man (bei aktivierter Rufnummernübertragung) keinen weiteren Identifikationscode, ansonsten muss man noch den bei der Registrierung selbstgewählten Code angeben. Sodann tippt man die Nummer des gewünschten Fahrrades ein (steht groß auf dem hinteren Schutzblech) und erhält im Gegenzug die Zahlenkombination für das Fahrradschloss. Bei der Rückgabe darf man dann nicht vergessen, das Rad telefonisch wieder abzumelden, damit man nicht für weitere Stunden bezahlen muss, in denen man das Rad gar nicht mehr nutzt. Die Miete beträgt 1 Euro je Stunde, höchstens 8 Euro am Tag.

Die Räder machen auf mich einen etwas solideren Eindruck als die ebenfalls stabilen JCDecaux-Vehikel. Der Korb scheint stabiler montiert zu sein und kommt mir etwas größer vor. Der Sattel ist bequemer als bei der Konkurrenz, die Höhenverstellung per Schnellspanner ebenso problemlos. Die Shimano-Dreigang-Nabenschaltung ist zumindest für flachere Gebiete absolut ausreichend.

Es gibt meines Erachtens aber zwei große „aber“, in denen die nextbike-Räder denen von JCDecaux klar im Nachteil sind. Erstens die Lichtanlage: statt einem wartungsfreien Nabendynamo, der bei JCDecaux für Dauerbeleuchtung sorgt, verwendet man hier einen netten altertümlichen Seitenläufer, bei dem meines Erachtens sicher einige Nutzer das Einschalten entweder vergessen oder einfach sein lassen werden. Zweitens die Bremsen: statt zweier handbetätigter Bremsen, wie sie heute etwa 98% der benutzten Räder haben dürften, setzt man bei nextbike auf die Vorderradbremse mit Handgriff am rechten Lenkergriff und Rücktrittbremse. Das halte ich für eher problematisch, da der Mensch ein Gewohnheitstier ist und so meiner Meinung nach die ernste Gefahr besteht, dass „Normalbremser“ die Vorderradbremse zu kräftig anziehen (weil eben normalerweise rechts die Hinterradbremse betätigt wird). Auch das ständige ungewollte Bremsen, wenn man durch Rücktreten die Pedale in die richtige Stellung bringen möchte, ist doch eher lästig 🙂


Trotz der zwei Nachteile ein prima System, um in den angeschlossenen Städten schnell mal mobil zu sein.

nxtbkl

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