18.01.2011 – Erste Erfahrungen mit Kurzzeit-Fahrradverleihsystemen


Ein kurzer beruflicher Aufenthalt in Besancon hat es mir nun endlich ermöglicht, eines der in immer mehr Städten anzutreffenden Kurzzeit-Verleihsystemen für Fahrräder auszuprobieren. Das Fazit vorweg: ich finde es klasse!

Bei dem System „Vélocité“ in Besancon erfolgt die Anmeldung wie im gesamten französischsprachigen Raum per Kredit- oder Maestrokarte. Diese muss einen Chip nach dem neuen EMV-Standard und mindestens 150 Euro Verfügungsrahmen frei haben. Die Ausleihe ist zwar viel preiswerter, aber diese 150 Euro werden als Kaution geblockt, das bedeutet, sie werden zwar nicht abgehoben, solange das Rad pünktlich und heil wieder zurückgegeben wird, aber die Kartengesellschaft „weiß“, dass sie diese Kautionssumme für ein paar Tage zurückstellen muss.

Die Anmeldung geht schnell und einfach: Am Bildschirm auswählen, dass man ein Kurzzeitticket möchte, Karte rein, PIN eingeben, Karte raus, Geheimzahl ausdenken, Ticket entnehmen. Diese „Mitgliedschaft“ kostet in Besancon 1 Euro für 7 Tage, für jede Ausleihe können dann weitere Gebühren anfallen (genauer gesagt ist bei jeder neuen Leihe die erste halbe Stunde gratis, die nächsten vier Stunden wird ein Euro je Stunde fällig, der Rest des Tages ist dann wieder frei, das Rad kostet also maximal 4 Euro je 24 Stunden).

Die Ausleihe geht dann ebenso einfach: man gibt die Ticketnummer und die selbst gewählte Geheimzahl am Terminal ein und sucht sich ein Fahrrad aus. Das wird dann elektronisch freigegeben. Die Räder sind für den Einsatz in der Stadt recht bequem, die Sattelhöhe wird mit Schnellspanner verstellt. Als Gangschaltung kommt eine recht weit gespreizte 3-Gang-Nabenschaltung zum Einsatz. Lediglich die Bremsen waren an meinem Rad nicht so ganz zugriffsfreudig. Am Lenker ist ein Korb, in dem sich auch ein Kabelschloss befindet, um das Rad außerhalb der Stationen zu sichern.

Die Rückgabe des Rades geht an jeder Station des Systems – man muss das Rad also nicht zur selben Stelle zurückbringen, an der man es entliehen hat. Rad einrasten, auf den Signalton warten – fertig.

Anders als das deutsche nextbike-System, über das ich bei nächster Gelegenheit auch berichten werde, ist die Variante mit den Kartenterminals also ideal auch für Kurzentschlossene, die sich nicht erst online anmelden möchten.

Es hat Spaß gemacht, ich werde wohl zum „Wiederholungstäter“ 😉

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