26.06.2010 – fauler Tag auf Spiekeroog


Ausschlafen, duschen (die Warmwasservorräte sind trotz der sommerlichen Temperaturen doch ziemlich knapp bemessen), dann gehe ich zum platzeigenen Kiosk, der von einem sehr netten Mann betrieben wird und der leckerer frische Brötchen und Croissants verkauft. Dort erhalte ich auch ordentlich stabile sandtaugliche Heringe – Lars, der Kioskbetreiber, schafft es irgendwie, Lebensmittelmarkt, Drogerie, Campingladen und Café auf etwa dreißig Quadratmeter zu komprimieren. Dann gehe ich weiter zum Platzwart, um uns anzumelden.

Nach dem Frühstück verschwinde ich kurz am Spülbecken, um das Geschirr zu säubern. Als ich einige Minuten später zurückkomme, fehlen die Tee- und die Leberwurst und aus einer Kiwi ist ein großes Dreieck herausgestanzt. Madame Möwe hat die Gelegenheit genutzt, ihr Frühstück aufzuwerten 🙂

Dann radeln wir in den Ort, sehen uns den Strand an, essen ein Eis und fahren weiter zur östlichen Besiedlungszentrum, wo wir uns das Umweltzentrum ansehen, das viele Informationen über die Insel, das Naturschutzgebiet und Flora und Fauna im und am Watt bietet.

Nach einem kleinen Imbiss radeln wir noch ein Stück in Richtung Hafen, machen Bekanntschaft mit einer kleinen Schafherde auf dem Deich, die zunächst vor uns davonläuft, dann aber recht zutraulich wird. Danach fahren wir zurück zum Zeltplatz, um ein bisschen im Meer zu baden.

Nach dem Baden besorgen wir uns noch ein Bier bei Lars und ich bereite ein sterneverdächtiges Abendessen zu. Geplant hatte ich Nudeln in Tomatensauce nach meinem ureigenen Trangia-Grundrezept, die Sauce wollte ich dann durch Einschmelzen von etwas Reibekäse aufmotzen. Nur bleibt Reibekäse bei solchen Temperaturen nicht unbedingt streufähig, sodass es dann eine Art Pasta Napoli um einen warmen Käseball gab. Wenn man es recht nimmt, gelang mir somit die erste Kreuzung aus Pasta, Käsefondue und Raclette 😉 Geschmeckt hat es trotzdem…

Mit Einsetzen der Dämmerung laufen wir noch ein bisschen am Strand, es ist gerade Ebbe. Und irgendwie schafft Kevin das Kunststück, seinen Schlüsselbund ins Meer zu werfen. Das Fahrrad ist natürlich mit einem stabilen ABUS-Bügelschloss durchaus vernünftig an einem soliden Bügelparker angeschlossen. Aber solche Zwischenfälle erhalten wenigstens die geistige Flexibilität 🙂

Nach einer erfolglosen Schlüsselsuche im ansteigenden Wasser machen wir uns also auf den Weg zum Rad. Irgendwo erinnerie ich mich, dass ich in meiner Jugend mal nach einem selbst verlegten Schlüssel in langwieriger Arbeit ein Fahrradschloss mit dem Schweizer Taschenmesser knacken konnte – das versuche ich nun auch am ABUS. Es gelingt mir auch spontan, den Lack anzukratzen – weiter kommt die Metallfeile nicht. Auch das Bohren im Schließzylinder bringt mich nicht wirklich weiter. Und mit der breiten Schraubendreherklinge (die am Flaschenöffner) komme ich noch nicht mal durch die Kunststoffteile – die Klinge bricht ab 🙁

Trotz der späten Stunde ist noch Leben im Gebäude des Platzwartes – einige Einheimische schauen Fußball auf einer Leinwand. Dort hat man leider keinen Bolzenschneider, leiht uns aber eine große Metallsäge. Die bringt genausoviel wie das Schweizer Messer – nämlich gar nichts.

Zeit für Plan B: morgen früh zur Zeit tiefer Ebbe aufstehen und den Schlüssel suchen. Also ab ins Bett.

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