13.08.2006 – von Plzen nach Borek


Aufstehen, Packen, Lebensmittel kaufen (diesmal mit der Tram, ich habe nämlich noch zwei Tickets übrig gehabt) – das übliche halt. Laut Radführer ist es ganz einfach, den Weg aus Plzeň heraus zu finden: Einfach erst dem Hinweis Rozvadov folgen, dann dem nach Stříbro. Klingt gut. Nachdem ich zweimal am Bahnhof und dreimal am Republikplatz vorbei gekommen bin, finde ich sogar das erste Schild in meine Richtung – Orientierungskünstler war ich halt noch nie. Auf der wenig befahrenen 203 fahre ich dann gemütlich über mehrere Dörfer bis Stříbro. Es ist noch sehr früh, darum hänge ich gleich noch eine Etappe an und radle über Kladruby nach Straž, wo es zwar direkt keinen Campingplatz gibt, wohl aber 6 km südlich bei Borek. Die Strecke ist gewohnt hügelig, aber nicht übermäßig anstrengend, und ich merke auch, dass der Ruhetag in Plzeň gut getan hat. Bei Kladruby ist ein schönes Kloster zu sehen, ansonsten nichts spektakuläres. Ich treffe am späteren Nachmittag in Borek am Campingplatz ein, der Platz ist recht schön und an sich ruhig gelegen, würde nicht die gerade mal 10 Meter entfernte Bahnstrecke dafür sorgen, dass einem die Züge quasi durchs Zelt fahren. Aber es ist eine Nebenstrecke, da wird sich der nächtliche Zugverkehr wohl einigermaßen in Grenzen halten. A propos Grenze: da ich mich recht nahe derselbigen befinde, ändere ich meine weitere Urlaubsplanung dahingehend, morgen wieder nach Deutschland zu fahren, um dann mit vier oder fünf Übernachtungen gemütlich nach Heidenheim zu radeln, wo ich ja zum Wochenende ohnehin hin wollte. Auf diese Weise spare ich mir schon einmal das Abenteuer „Streckensperrungen der Deutschen Bahn“. Es fängt mal wieder zu regnen an – macht nichts, ich bin am Ziel, das Zelt steht, Wäsche habe ich keine zu trocknen. Heute abend werde ich mir ein richtig leckeres Abendessen gönnen, es ist ja mein letzter Abend in Tschechien, und nach 75 hügeligen Kilometern darf das schon sein.
Nach einem kurzen Blick ins platzeigene Restaurant verlasse ich dieses wieder, ich sah das Essen der anderen, das hat mir gereicht. Statt dessen fahre ich ins etwa 11 km entfernte Bor, und finde dort ein sehr gutes Gasthaus, wo ich es mir so richtig schmecken lasse. Vorneweg Tomate mit Mozzarella, als Hauptgang Lachssteak mit Reis und Gemüse, dazu zwei große Kofola und ein Bier, zum Dessert Eis mit Eierlikör und Kaffee. Das war auch mit Abstand mein „teuerster“ Restaurantbesuch in Tschechien – fast 11 Euro umgerechnet. Zurück am Zeltplatz sind dann doch noch insgesamt 98 Kilometer heute zusammen gekommen.

64 - Bushaltestelle mit Matratze

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