Gute Tomatensauce zu Nudeln

Die schnelle Variante der Nudeln in Tomatensauce habe ich euch schon hier vorgestellt — sie ist ideal, wenn man keine Frischzutaten kaufen konnte.

Wer jedoch einen Supermarkt in Reichweite hat, der kauft sich — neben den Nudeln —

- 1 Päckchen gemischtes Suppengrün
– 2 Zwiebeln
– 1 Dose gehackte Pizzatomaten

Während man schon mal im Topf 1 die Nudeln in Salzwasser kochen lässt, kommen in Topf 2 ein paar Tropfen Öl und das ganze Suppengemüse und die Zwiebeln, alles in feine Würfel geschnitten (bzw. den Lauch in feine Viertelringe). Wenn die Nudeln noch etwa drei Minuten haben, bis sie gar sind, werden die Töpfe auf dem Feuer getauscht. Das Gemüse ordentlich anbraten, dabei immer umrühren, damit nichts anbrennt. Wenn sich das Gemüsevolumen etwa halbiert hat, kommen die Pizzatomaten dazu. Ein paar Minuten köcheln lassen, dann mit Zucker, Salz und Pfeffer würzen.

Sobald das Gemüse weich ist, die Nudeln abgießen, die Flamme ausmachen und das Essen genießen. Guten Appetit!

Schweinegeschnetzeltes

Wer das Glück hat, kurz vor Erreichen des Tagesziels einen Supermarkt auf der Strecke zu haben, kann sich ein Schweinegeschnetzeltes bereiten (schließlich sollte man das Fleisch nicht allzulange ohne Kühlung transportieren).

Für einen Hungrigen kaufte ich:

- 1 kleines Schweineschnitzel (100–120 Gramm)
– 4 Champignons (die braunen schmecken besser als die weißen)
– 2 kleine Zwiebeln
– eine Miniflasche Weißwein (0,25 Liter)
– 1 kleine Karotte
– nach Wunsch ein Päckchen H-Sahne (kann auch durch ein Päckchen helles Soßenpulver ersetzt werden, dann ist die Soße nicht ganz so fettreich)

Los geht es: ein paar Tropfen Öl in den Topf, Schnitzel in feine Streifen schneiden und beides in den Topf auf den Kocher. Während das Fleisch anbrät, die Zwiebeln, die Karotte und die Pilze in feine Würfel schneiden und zum Fleisch geben, wenn es schön angebraten ist. Immer schön rühren, bis die Zwiebeln glasig sind, dann den Wein dazu. Wenn der Wein kocht, können Salz, Pfeffer und eine Prise Zucker dran. Wer mit Sahne kocht, gibt die Sahne jetzt hinzu. Wer Soßenpulver verwendet, lässt das Pulver noch draußen. Auf jeden Fall sollte das ganze ein paar Minuten kräftig gekocht werden, bis die Flüssigkeit weniger geworden ist.

Jetzt den Topf vom Feuer, mit dem Schneidbrett abdecken und in dem anderen Topf die Beilage (Reis oder Nudeln sind toll) im Salzwasser kochen. Zwei Minuten bevor die gar sind, werden die Töpfe wieder gewechselt. Die Beilage zieht im heißen Wasser auch ohne Feuer fertig gar und das Geschnetzelte wird nochmal aufgekocht. Wer die Soße mit Soßenpulver bindet, rührt das jetzt ein.

Topf vom Feuer, Feuer aus, Beilage abgießen und jetzt guten Hunger.

Ratatouille

Auch auf dem Trangia schnell bereitet und super lecker. Voraussetzung ist ein Supermarkt, wo man das nötige Gemüse einzeln bekommt, weil einem unterwegs der Kilosack Möhren vielleicht doch etwas zu sperrig sein dürfte.

Für einen Hungrigen (mich) kaufte ich

1 große Karotte
1 kleine Zucchini
2 kleine Zwiebeln
1 gelbe Gemüsepaprika
und
1 Dose gehackte Pizzatomaten.

Klar gehören in ein Ratatouille Auberginen und nicht unbedingt Paprika. Könnt ihr natürlich gerne machen. Ich persönlich mag halt keine Aubergine.

Während in Topf 1 die Beilage köchelt (Reis oder Ebly passen super, aber Nudeln gehen sicher aus), gebe ich in Topf 2 ein paar Tropfen Öl und schneide alles frische Gemüse in kleine Würfel. In den Topf damit und zwei, drei Minuten, bevor Reis bzw. Ebly fertig sind, diesen Topf vom Feuer nehmen und beiseite stellen. Die Beilage zieht im warmen Wasser auch ohne Feuer fertig gar.

Das Gemüse aufs Feuer und erst mal kräftig andünsten — dabei gelegentlich umrühren. Dann die Pizzatomaten dazu geben und sobald es wieder kocht, den Reduzierring auf den Brenner und weiter köcheln lassen.

Wenn das Gemüse gar ist, abschmecken bzw. würzen. Zucker gehört auf jeden Fall dran, Salz und Pfeffer auch. Ich mag auch gerne einen Schuss Cayennepfeffer und einen Spritzer Maggi, aber das macht jeder nach Geschmack. Zucker, Salz und Pfeffer sind aber wie bei jedem Gemüse Pflicht.

Das war es auch schon — guten Appetit!

19. August 2014: vom Humboldtsee nach Stadtoldendorf

Route 2.766.207 — powered by www.bikemap.net

Nach dem Packen und Losfahren stelle ich fest, dass mein Fahrrad Probleme macht: sitze ich drauf, neigt sich das Hinterrad so stark nach rechts, dass es leicht am Rahmen zu schleifen beginnt. Da es hingegen keine Schleifspuren am Reifen aufweist, scheint das Problem neu zu sein. Zu allem Überfluss gelingt es mir nicht, die Ursache des Fehlers ausfindig zu machen. Das Rad hat jedenfalls keinen Achter und ist auch fest verschraubt. Der Rahmen hat keine sichtbare Bruch– oder Knickstelle. Keine Ahnung, woran es liegt.

Lange weiterfahren kann ich so aber nicht. Und da mein Rad ohnehin nur vor der Reise notrepariert wird und demnächst einen neuen Rahmen erhält, entschließe ich mich zum Abbruch statt zum Werkstattbesuch. Ich lasse mich also vom GPS zum nächsten Bahnhof in meiner Richtung lotsen, das ist Stadtoldendorf, ein hübsches Kleinstädtchen mit absolut unterirdisch schlechter Bahnanbindung — wie halt so oft in deutschen Kleinstädten.

Ich suche mir die Verbindung — sieben Umstiege, über elf Stunden Reisezeit — und kaufe die Fahrkarte. Dann habe ich noch über anderthalb Stunden Zeit bis zur Abfahrt des ersten Zuges. Ich setze mich daher ins Café und trinke einen leckeren Tee.

Der erste Zug bringt mich nach Kreiensen, von dem ich zuvor ebenso wenig gehört hatte wie von Stadtoldendorf. Dort soll ich laut Reiseplan eine Dreiviertelstunde auf den Anschluss nach Göttingen warten, ich erwische aber einen Zug, der bereits fünf Minuten nach meiner Ankunft dorthin fährt.

Auch in Göttingen bekomme ich so einen früheren Anschluss nach Kassel. Dort ist die Glückssträhne aber zu Ende, denn von dort fährt der Regionalzug nach Frankfurt nur alle zwei Stunden — meine Wartezeit beträgt hier nun 1 Stunde 49 Minuten. Das nenne ich Timimg :) Aber ich nutze die Pause zu einem kurzen Abstecher in die Innenstadt und bin dennoch rechtzeitig zurück am Bahnhof, bevor der Regen einsetzt.

Zwei Stunden Fahrt nach Frankfurt, von dort geht es in einem älteren Zug mit den schmalen Türen mit dem hohen Einstieg weiter nach Mannheim. Die Mühen beim Einladen des Rades werden aber mehr als entschädigt durch die Tatsache, dass dieser Zug noch echte Fenster hat, die man zwecks Frischluftzufuhr auch ordentlich öffnen kann. Hach :)

Von Mannheim nach Karlsruhe dann mit einer S-Bahn, die nicht nur an jeder Milchkanne anhält, sondern auch an jeder Stelle, an der seit dem frühen Mittelalter mal zwei Kühe diskutiert haben könnten, hier eventuell einmal Milch zu geben…

Von dort weiter mit der Schwarzwaldbahn nach Appenweier, wo ich dann kurz nach halb zwölf den Anschluss nach Kehl bekomme.

Ankunft zu Hause um 23:45 Uhr. Nach 11:35 Stunden Reisezeit, wovon viereinhalb Stunden die Wartezeit auf den Bahnhöfen von Kreiensen, Göttingen, Kassel, Frankfurt, Mannheim, Karlsruhe und Appenweier war. Und bevor ich jetzt zu negativ rüberkomme: trotz der etwas beschwerlichen Reise finde ich es großartig, dass wir ein Bahnsystem haben, das eben nicht nur aus teuren reservierungspflichtigen Fernzügen besteht, sondern das es mir erlaubt, eine solche Reise spontan und für 44 Euro durchzuführen.

Auch wenn ich gerne nach Kehl durchgeradelt wäre, sehe ich meinen Urlaub als schön und gelungen an. Ich hatte eine tolle Zeit mit Ines und Gunnar, habe 830km auf dem Rad zurückgelegt, habe viele neue Eindrücke gesammelt und einige interessante Menschen kennengelernt.

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18. August 2014: von Soltau an den Humboldtsee

Route 2.766.203 — powered by www.bikemap.net

Aufstehen, duschen, frühstücken, packen, zahlen, los!

Von Soltau fahre ich zunächst in Grobrichtung Hannover, wobei ich es schon gerne ein wenig weiter schaffen würde. Nach rund 35 Kilometern erreiche ich Hodenhagen (hihi, Hoden, hihi), wo ich kurz am Netto halte, um schon einmal die Lebensmittel für den Abend und eine Buttermilch für sofort zu kaufen. Dort werde ich von einer netten Einheimischen angesprochen, dir mich über mein woher, wohin und warum ausfragt und mir von ihren Radtouren erzählt.

Als ich weiter fahre, setzt ein Starkregen ein, der bis kurz vor Hannover nicht wirklich aufhören wird — immerhin vierzig Kilometer lang. Auch der starke Gegenwind hebt meine Laune nicht allzu stark.

Kurz vor Hannover halte ich noch an einem Rewe-Markt, wo ich die beiden Sachen einkaufe, die ich im Netto vergessen habe und im angrendenden Stehcafé einen heißen Tee trinke. Und wie ich wieder herauskomme, hat es doch tatsächlich aufgehört zu regnen und sogar die Sonne wagt sich hinter den Wolken hervor.

Witzigerweise habe ich hier ein Podcasterlebnis 2.0 — ziemlich genau, als ich das Stadtgebiet Hannovers befahre, präsentiert mir mein Podcatcher diese Kastenfischfolge — und der ist ja in Hannover beheimatet, wenn ich nicht sehr irre. Einen lieben Gruß an dieser Stelle!

Ich durchquere Hannover, schiebe mein Rad durch die Fußgängerzone, sehe einen Menschen an einer Kreuzung, der während meiner Wartezeit an der Ampel die Hose fallen lässt, in Shorts irgendwelche Gottheiten anbrüllte, die Hose wieder hochzog und verschwand. Komisch people dort…

Kurz nachdem ich aus Hannover draußen war, radelt in einem Ort ein Abiturient ein paar Minuten neben mir her, der mir von seinen Touren entlang der Weser und des Rheins erzählt und der mir den örtlichen Campingplatz empfiehlt. Allerdings würde ich gerne noch ein paar Kilometer mehr schaffen.

Ich durchsuche mein GPS nach Campingplätzen entlang meines Weges und finde einen, den ich nach geschätzt 130 Kilometern Gesamttagesstrecke erreichen sollte. Den wähle ich als Ziel.

Allerdings machen auf den letzten 25 Kilometern stärkere Steigungen und mörderischer Gegenwind das Radeln ziemlich anstrengend. Irgendwo steht mal ein Schild “Campingplatz am Humboldtsee 7 km nach rechts), mein GPS sagt aber: fahr links, dann sind es nur noch viereinhalb Kilometer. Hätte ich mal auf das Schild gehört, denn recht kurz vor dem Ziel will mich Garmin durch eine Kiesgrube mit vollem Baggerbetrieb schicken, sodass ich von dort noch einen Umweg nehmen muss.

Aber nach insgesamt 139km Fahrstrecke erreiche ich den Platz, dessen Rezeption schon geschlossen hat. Ich rufe daher die angegebene Nummer an und die Platzwirtin, die direkt am Gelände wohnt, kommt noch schnell vorbei, um mich einzuchecken. Ich bekomme für mein kleines Zelt sogar einen Sonderpreis von 10 Euro pro Nacht inklusive Duschflatrate. Danke nochmals dafür!

Im dunkeln baue ich mein Zelt auf und koche mir ein paar Nudeln in frisch zubereiteter Napolisauce. Schlafen werde ich definitiv gut heute Nacht!

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17. August 2014: von Duvenstedt nach Soltau

Route 2.766.201 — powered by www.bikemap.net

Nach einem faulen Tag gestern radle ich heute gegen 13 Uhr los. Von Duvenstedt geht es zunächst in die Stadtmitte Hamburgs, ich fahre durch den alten Elbtunnel (ein großartiges Denkmal für Ingenieurskunst, das jeder Besucher unbedingt gesehen haben sollte) hinaus Richtung Harburg.

Lustige Information am Rande: wenn man von Duvenstedt nach Süden radelt, erreicht man das Ortsendeschild Hamburgs nach recht genau vierzig Kilometern. Die Stadt ist halt doch relativ groß :)

Das Wetter ist wie in den letzten Tagen durchwachsen und der Gegenwind recht stark. Aber der Radweg ist gut und führt weitestgehend an den Bundes– und Landstraßen entlang.

Zwischendurch mache ich Pause an einer Tankstelle, wo ich mich mit Süßkram und Kakao versorge. Später radle ich dann weiter bis kurz vor Soltau, wo ich auf dem Campingplatz “Auf dem Simpel” einchecke und mein Zelt aufschlage.

Auf dem Zeltplatz wundere ich mich zunächst über die große Anzahl von Stromanschlüssen auf der Zeltwiese. Die Idee, mir fest Strom ins Zelt zu legen, erscheint mir persönlich sehr ungewöhnlich, danach sehe ich aber einen Vater, der mit seinen zwei pubertierenden Töchtern ein Hauszelt bewohnt und der tatsächlich eine Kabeltrommel vom Stromverteiler ins Zelt legt, um so lebensnotwendige Dinge wie eine dauerhafte Neonbeleuchtung zu betreiben. Na ja, es soll bitte jeder so reisen, wie er möchte, aber mir wäre es zu umständlich, so viel Geraffel mitzuschleppen. Selbst wenn ich nicht mit dem Rad unterwegs wäre.

Der Campingplatz hat ein absolut vorbildliches Duschsystem. Statt der üblichen 50 Cent für ein paar Minuten Warmwasser, die man bezahlen muss, obwohl man normalerweise viel kürzer duscht als man bezahlt hat, bekommt man hier eine Chipkarte, die mit 5 Euro vorgeladen ist und die man beim Duschen auf ein Lesegerät legt. Dann wird das Warmwasser sekundengenau abgerechnet. Ich dusche hier zweimal — einmal heute abend und morgen früh — für insgesamt 43 Cent. Prima, und die ständige Suche nach dem passenden Kleingeld entfällt auch.

Zum Abendessen koche ich mir Vollkornpenne mit einer Käsesauce und es setzt stärkerer Regen ein. Zum Glück war es während des Zeltaufbaus noch trocken. Und mit etwas Glück wird es ja morgen besser.

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15. August 2014: von Holstendorf nach Duvenstedt

Route 2.766.199 — powered by www.bikemap.net

Wir schlafen aus, frühstücken gemütlich, packen unsere zahlreichen Sachen zusammen, führen den Staubsauger in der Wohnung Gassi und verabschieden uns von unseren Gastgebern. Ines und Gunnar fahren mit dem Auto zu ihrer Wohnung nach Holstendorf, ich entschließe mich dazu, die 57 Kilometer zu radeln, auch wenn die Wetteraussichten nicht die allerbesten sind. Weitestgehend führt der Radweg an der B432 entlang. Das Wetter ist seltsam — Regenschauer und trockene Phasen wechseln sich genau in der richtigen Geschwindigkeit ab, um wahnsinnig zu werden :)

Ungefähr auf der halben Strecke erreiche ich Bad Segeberg, die Stadt, die für die jährlich stattfindenden Karl-May-Festspiele bekannt ist. Ich sehe allerdings nur ein sehr großes Möbelhaus, an dem ich als aufregendes Highlight dieser Etappe rechts abbiege. Dann geht es wieder durchgehend geradeaus bis kurz vor Hamburg.

Obwohl ich eigentlich vorhatte, ohne Pause durchzufahren, lenkt mich neun Kilometer vor dem Ziel das Reklameschild des Café Alsterwiesen ab, das frisches Bauernhofeis verspricht. Das Eis ist großartig und ich komme mit der Inhaberin ins Gespräch, die mir einen Löffel Gurkensorbet zu kosten gibt. Gurkensorbet? Jawohl, und es schmeckt sehr gut. Zu Schokoladeneis würde es wohl nicht passen, aber als Kombination mit beispielsweise Melone oder Erdbeere sicher ganz ausgezeichnet.

Nach der Stärkung radle ich die restlichen paar Kilometer nach Duvenstedt und bin mit meiner Fahrleistung eigentlich ganz zufrieden — habe ich für die 57 Kilometer doch nur knapp drei Stunden reine Fahrzeit gebraucht. Und ein Schnitt von 19 km/h ist für meine Kondition und meine Gepäckmenge jetzt nicht allzu schlecht.

Nach den üblichen Dingen bei der Ankunft wie Abpacken und Duschen trinken wir gemütlich Kaffee. Abends fahren wir in die Innenstadt und gehen auf den Dom, Hamburgs großes Volksfest, der dreimal jährlich in der Nähe der Reeperbahn stattfindet. Wir schlendern über das Fest, essen dort zu Abend und sehen uns das große Feuerwerk an, das auf dem Dom jeden Freitag um 22:30 Uhr stattfindet. Anschließend bummeln wir noch die Reeperbahn hinauf und hinunter, die ich zuletzt als Sechzehnjähriger auf Klassenfahrt gesehen hatte — dort befand sich nämlich damals unser Hotel, da das Komplettreiseangebot der Ameropa, das wir seinerzeit genutzt hatten, wohl eher auf erwachsenere Reisegruppen ausgerichtet war :) Für mich als Bewohner einer Gegend, in der abends um 20 Uhr kollektiv alle vorhandenen Bürgersteige hochgeklappt werden, ist es natürlich schon etwas Besonderes, ein ganzes Stadtviertel zu sehen, in dem nachts mehr Leben stattzufinden scheint als tagsüber. Trotzdem gehen wir nicht verloren und lassen uns auch nicht zu wie auch immer gearteten Auschreitungen hinreißen, auch wenn uns MitarbeiterInnen verschiedener Bars und Nachtclubs versuchen, mit Sonderangeboten “nur für euch” in ihre Etablissements zu lotsen.

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10.-14. August 2014: Radpause

Da das hier mein Radreiseblog ist, ich andererseits aber trotz Radpause auch keine fünftägige Lücke lassen will, hier die kurze Zusammenfassung der Tage zwischen den Touren:

Am 10. August haben wir Lübeck besichtigt — Gunnars Geburtsstadt und wunderschön. Neben touristischen Klassikern wie dem Holstentor und einer Kanalrundfahrt haben wir das Duckstein-Festival besucht, das gerade stattfand, Marzipan gekauft (natürlich! :) ), Kaffee getrunken und es uns einfach gut gehen lassen. Außerdem kann ich jedem die kleine Eisbude an der Trave unweit des Holstentors empfehlen, die ein göttlich sahniges Softeis herstellen. Das Marzipan kaufte ich übrigens nicht bei Niederegger (denn das hätte ich auch zuhause bei Edeka erhalten), sondern im Marzipanspeicher, wo der Mandelanteil im Marzipan deutlich höher ist, es dadurch wesentlich leckerer schmeckt und meines Erachtens auch ein wenig preiswerter ist. Nur so als Tipp :)

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Am 11. August fuhren wir in die ebenfalls sehr schöne und sehenswerte kleinere Stadt Eutin, wo ich Briefmarken für meine Ansichtskarten und ein Packset für meinen Marzipaneinkauf erwarb und wo wir am Schloss geocachen waren. Kaffee und Pflaumenkuchen haben uns in Eutin auch ganz ausgezeichnet geschmeckt. Abends verwöhnt uns Gunnar mit selbstgemachten Spaghetti Bolognese, die ganz ausgezeichnet mundeten.

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Am 12. August steht kein Ausflug auf dem Programm, denn heute feiert Gunnar seinen 40. Geburtstag — ganz gemütlich abends mit der Familie und Freunden im kleineren Kreis mit leckeren Sachen vom Grill.

Dafür müssen wir am 13. August kurz in Lübeck bei einem Augenarzt vorbeischauen, bevor wir uns Travemünde ansehen. Dort befindet sich, wie der Name der Stadt andeutet, die Mündung der Trave in die Ostsee, und die Stadt ist wie alle Städte mit Strandpromenade sehr malerisch. Für unsere Tradition der täglichen Kaffeepause finden wir am Strand ein Café mit hausgemachten Kuchen, auch ein leckeres Fischbrötchen kreuzt unseren Weg. Außerdem heben wir einige Geocaches in Travemünde, benutzen die kleine Personenfähre, um auf die andere Seite zu gelangen, wo ein sehr schöner Strand ist und wir einen Blick auf das Segelschulschiff “Passat” werfen, das dort seinen dauerhaften Liegeplatz hat und auch als Museum besichtigt werden kann. Abends gibt es dann noch ein Restegrillen bei Gunnars Familie.

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Am 14. August fahren wir nach Plön, einer hübschen Kleinstadt inmitten von Seen. Wir wollen die Fünf-Seen-Fahrt per Boot machen, allerdings ist unsere Wunschabfahrt um 14 Uhr bereits ausgebucht. Das nächste Boot um 15 Uhr hätte keine Kaffeeversorgung an Bord, weswegen wir uns für die Abfahrt um 16 Uhr entscheiden und uns zuvor das Städtchen ansehen. Es gibt eine schöne schlichte Kirche im Ortskern, eine nette kleine Fußgängerzone und leider viel zu viel Regen. Auch während der Bootsfahrt ist das Wetter eher mittelschön. Wir lassen es uns daher bei Kaffee gut gehen und machen die Bekanntschaft eines sehr gesprächigen Göttinger Künstlers — ein durchaus sympathischer Mensch, aber vielleicht selbst für unsere Verhältnisse ein bisschen zu gut zu Fuß unter der Nase. Allerdings steigen seine Frau und er nach der halben Strecke in Malente aus. Zurück in der Wohnung machen wir uns mit Sushi und Asiasuppe einen fernöstlich angehauchten Abend.

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09. August 2014: von Fehmarnbelt nach Burg und von Scharbeutz nach Holstendorf

Route 2.766.184 — powered by www.bikemap.net

Da sowohl Ines’ Knie als auch Gunnars Fuß nicht wirklich besser geworden sind, entschließen wir uns dazu, nach Burg zu radeln und von dort per Bahn an die Wohnung zurückzukehren. Die Gesundheit geht schließlich vor und sich zu quälen bringt ja auch nichts.

Pünktlich zum Zeltabbau setzt Regen ein, so dass wir die Zelte feucht einpacken müssen. Aber das kann man ja dann auch nicht ändern. Wir radeln los, der Küste nach Süden entlang auf einem grobsandigen Weg bis nach Orth, wo wir am Hafen einen Kaffee trinken. Weiter geht es an unzähligen Kitesurfern vorbei weiter bis Lemkenhafen, wo wir einer weiteren Empfehlung folgen und an der Aalkate Fischbrötchen essen.

Von dort geht es im Regen weiter nach Burg an den Bahnhof. Wir kommen etwa eine Dreiviertelstunde vor Zugabfahrt an, kaufen am Automaten unser Schleswig-Holstein-Ticket und die Fahrradkarten und zwängen uns dann mit vielen anderen Radlern in den nicht gerade leeren Zug, der aus zwei kleinen eingeschossigen Waggons besteht, die ein mäßig begabter schlecht gelaunter Innenarchitekt gestaltet haben muss. Ganz ehrlich: eine so schlechte und verwinkelte Gestaltung mit derart ungünstig platzierten Radabstellflächen muss man erst einmal hinbekommen :) Trotz allem bekommen wir noch Sitzplätze. Das ist ja auch schön.

Als wir die letzte Station vor Scharbeutz passiert haben, stapeln wir unsere insgesamt zehn Packtaschen und –säcke im Türbereich auf, um den Ausstieg schnell genug hinzubekommen. Der Ausstieg gestaltet sich dann so, dass wir die Räder hinausreichen und die Taschen hinterherwerfen. Auf dem Bahnsteig ist ja dann genug Platz und Zeit zum Wiederaufbau der Räder :)

Vom Bahnhof radeln wir ein knappes Stündchen zur Wohnung in Holstendorf. Scharbeutz ist ein paar Kilometer weiter entfernt als Pönitz, wo ich drei Tage vorher angekommen war, aber so haben wir uns einen Umstieg mit längerer Wartezeit in Lübeck erspart.

An der Wohnung angekommen stellen wir die Zelte zum Trocknen im Garten auf, fahren mit dem Auto einkaufen, packen später die inzwischen trockenen Zelte ein und lassen uns unser Abendbrot schmecken.

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08. August 2014: von Süssau nach Fehmarnbelt

Route 2.766.181 — powered by www.bikemap.net

Nach dem Aufstehen gehe ich vor zu dem kleinen Geschäft, dass in der Saison allmorgendlich die diversen angrenzenden Campingplätze mit frischen Brötchen versorgt. Die Schlange ist enorm, allerdings komme ich dennoch schnell an die Frühstückszutaten. Gemütliches Frühstück, während Papa Flodder von nebenan für den ganzen Platz gut hörbar den Zustand von Klein-Kevin-Ronny-Rico-Justins Kakapopo kommentiert.

Leider hat Ines ein paar Probleme mit ihrem Knie, vielleicht war ihr Sattel falsch eingestellt. Das korrigieren wir. Und Gunnars Fuß spricht auch in einer zu deutlichen Form mit ihm. Also lieber ruhig radeln und es nicht übertreiben. Anstiege sind auf Fehmarn wenigstens keine übermäßigen zu erwarten.

Packen, losfahren. Von einem Geocache zum nächsten nähern wir uns der Fehmarnsundbrücke an, die uns auf Deutschlands größte Ostseeinsel führen wird. Einen direkten Radweg im klassischen Sinne hat die Brücke nicht, allerdings wird der Ostseeküstenradweg über den kleinen Betriebsweg am westlichen Brückenrand geführt. Bei Gegenverkehr muss man halt in der Leitplanke verschwinden und sich schlank machen. Allerdings ist auch nicht viel Gegenverkehr. Mit einem Anhänger am Fahrrad würde ich die Brücke jedenfalls nicht befahren wollen.

Auf Fehmarn radeln wir zunächst in die Kleinstadt Burg, wo wir Lebensmittel für den Abend und ein Eis für sofort kaufen. Gegenüber des Supermarkts ist ein Jahrmarkt, der mit Musik von der Sorte beschallt wird, die man eigentlich erst ab zwei Promille erträgt — Dieter Thomas Kuhn war noch einer der harmloseren Interpreten ;)

Wir vergnügen uns hingegen nicht auf dem Jahrmarkt, sondern radeln weiter nach Katharinenhof, wo wir der Empfehlung eines Kollegen Gunnars folgen und im Allee-Café hausgemachte Windbeutel speisen. Die sind wirklich köstlich, ganz frisch… und ungefähr handballgroß. Zum Glück verbrennt Radeln einige Kalorien.

Nach der ausgedehnten Kaffeepause radeln wir weiter in Richtung Küste. Am Radweg, der entlang der Steilküste führt, passieren wir das Niobe-Denkmal, das an den Untergang des gleichnamigen Segelschulschiffs in den 1930er-Jahren erinnert.

Weiter geht es bis in die nordwestliche Ecke der Insel, wo wir uns auf einem der zahlreichen Campingplätze niederlassen.

Zum Abendessen koche ich heute in meiner tragbaren Einbauküche ein Pilzrahmgeschnetzeltes mit Reis.

Leider sind sowohl Ines’ Knie als auch Gunnars Fuß nicht sehr viel besser geworden. Mal sehen, wie es morgen früh aussehen wird. Jetzt erst einmal ausschlafen.

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